Vier Kinder rennen lachend über eine Wiese und spielen mit Seifenblasen. Vier Kinder rennen lachend über eine Wiese und spielen mit Seifenblasen.
 
 

Medienbegleitung

26 Jan., 2026
4 Minuten
7Mind

Soft Skills bei Kindern

Stärken erkennen, fördern und begleiten

Wenn wir an die Zukunft unserer Kinder denken, fallen uns oft gute Noten und schulisches Wissen ein. Doch neben Fachwissen spielen sogenannte Soft Skills eine entscheidende Rolle – im späteren Berufsleben genauso wie im privaten Miteinander.

Soft Skills sind soziale und emotionale Fähigkeiten. Sie helfen, mit anderen gut zusammenzuarbeiten, Konflikte zu lösen, eigene Gefühle zu verstehen und verantwortungsvoll zu handeln. Dazu zählen zum Beispiel Teamfähigkeit, Empathie, Kommunikationsstärke, Selbstorganisation oder Kreativität.

Was macht Soft Skills so wichtig?

Fachwissen kann erlernt werden. Soft Skills hingegen entwickeln sich über Erfahrungen und das tägliche Miteinander. Sie bestimmen, wie Kinder Herausforderungen meistern, wie sie mit Rückschlägen umgehen und wie gut sie sich in neue Situationen einfühlen können.

Studien1,2,3 zeigen: Kinder mit gut entwickelten Soft Skills sind oft selbstbewusster, resilienter und motivierter. Sie können ihre Stärken gezielter einsetzen und wissen besser, wie sie Hilfe suchen, wenn sie Unterstützung brauchen.

Stärken und Schwächen erkennen

Jedes Kind bringt ein individuelles Set an Soft Skills mit. Manche sind von Natur aus kommunikativ und offen, andere eher ruhig und beobachtend. Beides sind wertvolle Eigenschaften – entscheidend ist, sie bewusst wahrzunehmen und wertzuschätzen.

Achten Sie im Alltag auf diese Hinweise, um die Stärken und Entwicklungspotenziale Ihres Kindes besser zu erkennen:

  • Kommunikation: Kann Ihr Kind Gedanken klar ausdrücken und anderen zuhören?
  • Teamfähigkeit: Arbeitet es gerne mit anderen zusammen oder zieht es sich eher zurück?
  • Emotionale Intelligenz: Erkennt es, wie es selbst oder andere sich fühlen?
  • Selbstorganisation: Kann es Aufgaben strukturieren oder braucht es dabei viel Unterstützung?
  • Kreativität: Findet es neue Lösungen, wenn etwas nicht funktioniert?

Fragen Sie auch andere Bezugspersonen – etwa Lehrkräfte – wie sie Ihr Kind erleben. Verschiedene Perspektiven ermöglichen ein ganzheitlicheres Bild der Persönlichkeit Ihres Kindes. 

Soft Skills spielerisch fördern

Das Schöne: Soft Skills lassen sich in vielen Alltagssituationen ganz nebenbei stärken4,5.

  • Gemeinsam Projekte umsetzen: Bauen Sie etwas zusammen, kochen Sie ein Gericht oder planen Sie eine kleine Familienfeier. So trainiert Ihr Kind Organisation, Teamarbeit und Problemlösung.
  • Rollen tauschen: Lassen Sie Ihr Kind einmal die Spielregeln erklären oder den Familienausflug planen. Das fördert Verantwortungsgefühl und Kommunikation.
  • Gefühle benennen: Sprechen Sie darüber, wie es sich in bestimmten Situationen fühlt – und wie andere sich vielleicht fühlen. Das schärft Empathie.
  • Offen für Neues sein: Neue Hobbys oder Sportarten erweitern den Erfahrungshorizont und geben Gelegenheit, Selbstvertrauen zu entwickeln.

Geduld und Ermutigung sind der Schlüssel

Soft Skills entwickeln sich nicht von heute auf morgen. Kinder brauchen Raum, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Ihre Rolle als Eltern besteht darin, diesen Raum liebevoll zu gestalten, aufmerksam zuzuhören und Ihr Kind zu bestärken. Lob für den Einsatz, nicht nur für das Ergebnis, stärkt die Motivation.

Fazit

Soft Skills sind wie ein unsichtbarer Werkzeugkasten, den unsere Kinder ihr Leben lang nutzen können. Indem wir genau hinsehen, Stärken wertschätzen und gezielt Gelegenheiten zum Üben schaffen, legen wir einen wichtigen Grundstein für die Zukunft.

Es sind oft die kleinen Momente, die diese Fähigkeiten wachsen lassen: ein gemeinsames Gespräch, ein gelöstes Problem, ein mutiger Schritt. Und mit Ihrer Unterstützung wird Ihr Kind sie selbstbewusst und mit Freude einsetzen können.


1Vgl. https://www.frontiersin.org/journals/psychology/articles/10.3389/fpsyg.2024.1271840/full?utm_source=chatgpt.com Stand 19.01.2026.
2Vgl. https://www.frontiersin.org/journals/education/articles/10.3389/feduc.2024.1383297/full?utm_source=chatgpt.com Stand 19.01.2026.
3Vgl. https://ajph.aphapublications.org/doi/full/10.2105/AJPH.2015.302630 Stand 19.01.2026.
4Vgl. https://ejournal.upsi.edu.my/index.php/SAECJ/article/view/5060?utm_source=chatgpt.com Stand 19.01.2026.
5Vgl. https://www.mdpi.com/2079-3200/10/4/77?utm_source=chatgpt.com Stand 19.01.2026.


Literatur:

  • Horm, D.M., Jeon, S., Ruvalcaba, D.V. & Castle, S. (2024). Resilience: supporting children’s self-regulation in infant and toddler classrooms. Frontiers in Psychology, 15.
  • Orih, D., Heeres, M., Morgan, R., Udah, H. & Tsey, K. (2024). A systematic review of soft skills interventions within curricula from school to university level. Frontiers in Psychology, 9.
  • Jones, E.D., Greenberg, M. & Crowley, M. (2015). Early Social-Emotional Functioning and Public Health: The Relationship between kindergarten social competence and future wellness. American Journal of Public Health (AJPH).
  • San, N. M. H., Myint, A. A. & Oo, C. Z. (2021). Using play to improve the social and emotional development of preschool children. Southeast Asia Early Childhood Journal, 10(2), 16-35.
  • Garaigordobil, M., Berrueco, L. & Celume, M.-P. (2022). Developing children’s creativity and social-emotional competencies through play: summary of twenty years of findings of the evidence-based interventions „Game Program“. Journal of Intelligence, 10(4), 77.

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