Dr. Google – zwischen Fake News und neuen Erkenntnissen
In der Praxis geht der erste Weg zur Information oft nicht über die Website der WHO oder vergleichbare Informationsangebote, sondern über Suchmaschinen. Die Bewertung der hier ausgegebenen Informationen erfordert digitale Gesundheitskompetenz. Schauen wir uns die oben genannten Beispiele an: „Kolloidales Silber – das Universal-Antibiotikum“. „Zu wenig Blutspenden. Die rote Mangelware“. Die erste Schlagzeile stammt vom „Zentrum der Gesundheit“, die zweite von der Nachrichtenseite der Tagesschau. Eine ist richtig, eine ist falsch.
Obwohl „Zentrum für Gesundheit“ nach einem seriösen Absender klingt und der Artikel Studien zitiert, liefert der unter dieser Schlagzeile stehende Artikel keine valide Gesundheitsinformation. Die Website, die am „Alleinanspruch der Schulmedizin rütteln“ möchte, zieht aus einer unzureichenden Studienlage, die sogar explizit als solche benannt wird, universelle und nicht belegbare Schlüsse. Sie verfolgt mit ihrem Artikel kommerzielle Ziele. Außerdem bietet sie einen eigenen Ratgeber gegen Fake News an, in der sie Fake News als eine bewusste, politisch gesteuerte Desinformation deklariert, und nicht als erfundene oder falsche Nachrichten jeglicher Quelle, was sie eigentlich sind.
Die Schlagzeile der Tagesschau hingegen ist die korrekte in unserem Beispiel. Urheber der Nachricht ist das Deutsche Rote Kreuz, das auf einen Mangel an Blutkonserven hinweist. Verbreitet wird die Nachricht über das öffentlich-rechtliche Nachrichtenportal der Tagesschau in sachlichem Tonfall mit Verweis auf den Urheber der Information. Hinter den Informationen stehen wiederum Journalistinnen und Journalisten, die die Informationsquellen geprüft haben und selbst Fachleute auf dem Gebiet ihrer Berichterstattung sind.
Und woher wissen Schülerinnen und Schüler jetzt, welche Information im Allgemeinen vertrauenswürdig ist und welche nicht? Hier hilft der Leitfaden der Bundeszentrale für politische Bildung: