Das englische Wort ‚grooming‘ bedeutet so viel wie Pflege und beschreibt den längerfristigen Beziehungsaufbau, der Cybergrooming von anderen, punktuellen Formen digitaler sexueller Belästigung unterscheidet. Tatpersonen haben verschiedene Strategien und investieren unterschiedlich viel Zeit. Aber die meisten bauen ein Vertrauensverhältnis zu ihren Opfern auf.2 Sie kommen über Likes und Komplimente ins Gespräch und versuchen dann den Kontakt auf private Messenger zu verlegen, um sich den Minderjährigen dort ungestört zu nähern. Einige geben sich dabei als Gleichaltrige aus, andere treten als verständnisvolle Erwachsene auf.
Der Großteil der Tatpersonen verfolgt das Ziel, an Missbrauchsabbildungen zu gelangen, also an Nacktaufnahmen oder intime Bilder von Kindern. Dazu wird der Kontakt meist schnell sexualisiert und konkret nach entsprechenden Inhalten gefragt. Der Besitz und auch der Versuch der Beschaffung von solchem „kinderpornografischen“ Material ist strafbar.3 Andere Tatpersonen zielen auf ein persönliches Treffen ab und nehmen sich meist Wochen, Monate oder gar Jahre Zeit, um ihr minderjähriges Gegenüber dazu zu bewegen.4 Betroffene werden Stück für Stück manipuliert und massiv unter Druck gesetzt, teilweise auch erpresst (Sextortion).5
Egal, wie ein Kontakt ausgeht, ob es also zu tatsächlichen (digitalen) Missbrauchshandlungen kommt oder nicht: Wenn Erwachsene Kinder online mit sexuellen Absichten ansprechen, ist das immer strafbar.