Mediennutzung und Gesundheit – was wir wissen
Mediennutzung und Gesundheit sind eng verknüpft – im Positiven wie im Negativen. Zu den größten Potentialen von Social Media und digitalen Medien für Schülerinnen und Schüler gehört, dass sie dazu beitragen, ihren Horizont zu erweitern: Sie geben Zugang zu neuen Ideen, Informationen und zeigen Möglichkeiten von gesellschaftlichem Engagement. Gemeinschaftliche Zusammenarbeit von Schülerinnen und Schülern bei Projekten und Aufgaben wird befördert und digitale Medien stellen eine Verbindung zu geographisch verstreuten Familienmitgliedern dar.2 Schülerinnen und Schüler bauen ihre Netzwerke digital auf und generieren hier ihr Wissen auch zu Gesundheitsfragen. Sie finden hier Unterstützung, vor allem, wenn sie von Erkrankungen, Problemen und körperlichen Beeinträchtigungen oder sozialer Ausgrenzung betroffen sind.
Junge Menschen empfinden das Internet und soziale Medien als hilfreich bei der Suche nach Gesundheitsinformationen. Sie nutzen diese Medien vor allem dann aktiv, wenn sie gesundheitsfördernde Verhaltensänderungen anstreben, also weniger rauchen oder eine gesündere Ernährung etablieren oder ihren Köper in Form bringen möchten.3 Digitale Gesundheitskompetenz kann Schülerinnen und Schüler genau hier abholen und sie dabei unterstützen, kompetent und sicher mit den digitalen Informationen zu ihrer Gesundheit umzugehen, die sie im Rahmen ihres Medienkonsum selbst aktiv nutzen.
Negative Wirkungen von Medienkonsum treten auf, wenn Kindern und Jugendlichen die Kompetenz im Umgang mit diesen fehlt. Probleme reichen dabei von Übergewicht (bei Fernsehkonsum, nicht bei der Nutzung von Online-Medien), Einschränkungen in motorischer und sprachlicher Entwicklung bis hin zu psychischen sowie sozialen Auffälligkeiten.4
Die Dauer der Bildschirmnutzung ist einer der größten Risikofaktoren für gesundheitliche Probleme in Zusammenhang mit Medienkonsum: 2021 verbrachten Menschen zwischen 14-69 Jahren durchschnittlich 10,5 Stunden täglich am Bildschirm!5 Empfehlenswert und unbedenklich sind Bildschirmzeiten von unter zwei Stunden. In demselben Maße wie sie mehr am Bildschirm sitzen, leiden Kinder und Jugendliche häufiger an Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Schwindel, deren Ursache wiederum die schlechte Körperhaltung und Ermüdung der Augen sind. Auch visuelle Störungen, psychische Folgen, wie etwa Abhängigkeit, und nicht zuletzt Schlafstörungen treten auf.6 Für depressive Verstimmungen ist dabei die Dauer der Bildschirmzeit ausschlaggebend und nicht etwa der Konsum von Social Media, wie man vermuten könnte – solange zumindest es nicht zu Cybermobbing kommt.7
Das größte Problem dabei: Weil Kinder und Jugendliche im Wachstum sind, können sich aus diesen Beschwerdebildern langfristige und lebenslange gesundheitliche Probleme entwickeln.8 Als Lehrkraft können Sie Ihre Schülerinnen und Schüler mit digitaler Gesundheitskompetenz im gesundheitsfördernden Umgang mit Medien unterstützen.