Download Transkription PDFADHS und Schule
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Zwischenüberschriften und Sprecherbezeichnungen wurden zur besseren Orientierung redaktionell ergänzt.
Dieses Transkript wurde mithilfe von KI erstellt und kann vereinzelt Ungenauigkeiten enthalten.
Verständnis für ADHS schaffen
Lukas Maher
ADHS und Schule. Das ist, hoffe ich, ein nicht so ganz unkompliziertes Thema. Als jemand, der selbst die Diagnose ADHS hat und als Psychotherapeut arbeitet, kenne ich das Thema natürlich von verschiedensten Seiten. Und in dem Video soll es um ein paar Tipps gehen, was man als Eltern machen kann, um die eigenen Kinder in der Schulzeit bestmöglich zu unterstützen.
Ich glaube, am wichtigsten ist erst mal, Verständnis zu schaffen. Sowohl über die Diagnose ADHS, aber auch über alternative Erklärungen. Zum Beispiel das Paradigma der Neurodiversität, das ja besagt, dass ADHS nicht per se eine Krankheit ist. Das ist sie auch nicht. Sondern es ist ja, wenn dann, eine neuronale Entwicklungsstörung. Sondern dass ADHS auch eine neurobiologische Besonderheit ist. Dass Kinder mit ADHS die Welt eben anders erleben und anders mit ihr in Kontakt gehen und aber gleichzeitig in einem System leben, das gar nicht so sehr auf sie ausgelegt ist. Besonders das Schulsystem nicht, das ja auch für viele Kinder, die kein ADHS haben, gar nicht optimal ausgelegt ist.
Das Wichtigste ist also wahrscheinlich, sich immer wieder zu sagen, dass ADHS kein Produkt von Faulheit ist. Und dass Vorwürfe oder Bestrafungen das Verhalten per se nicht ändern werden. Im Gegenteil.
Struktur, Interessen und Bewegung
Lukas Maher
Und gleichzeitig profitieren aber auch viele Kinder mit ADHS von klaren Grenzen, von Struktur. Ich weiß es auch noch von mir: Immer dann, wenn die Dinge sehr direkt angesprochen wurden oder wenn es klare Grenzen gab bezüglich der Dinge, die ich machen darf und auch nicht machen darf, hat mir das Orientierung gegeben. Und Kinder mit ADHS profitieren eben häufig von klaren Routinen, von Unterstützung in Routinen, von Visualisierungen, von klaren To-do-Listen und von Unterstützung in der Strukturierung.
Und wichtig ist auch zu bedenken: Viele Kinder mit ADHS erleben häufig Misserfolge in der Schule. Das heißt nicht immer, dass sie per se schlechte Noten haben, aber dass sie häufig hinter den eigenen Leistungen oder dem, was sie glauben, erreichen zu können, zurückbleiben, weil sie oftmals gar nicht verstehen, dass sie mehr nach dem Prinzip „Interesse“ funktionieren. Ich hatte in Fächern, in denen ich ein hohes Interesse hatte, meistens Einsen und in denen, die mich nicht interessiert hatten, Vieren. Also dieses Notengefälle war bei mir sehr krass und das ist, glaube ich, bei einigen Kindern, die auch ADHS haben, nicht unüblich.
Und was mir immer total geholfen hat, war, mich auch körperlich auszulasten. Viele Kinder mit ADHS, gerade die, die sehr stark hyperaktiv sind, die brauchen Bewegung. Und Bewegung ist etwas, das sich auch aus Studien nachweislich gut auf die Aufmerksamkeit auswirkt, was sich gut auf die Überaktivität auswirkt und was sich gut auf die Impulsivität auswirkt.
Selbstfürsorge und Unterstützung für Eltern
Lukas Maher
Und ganz wichtig, gerade wenn man als Eltern das Kind dauerhaft gut unterstützen möchte, ist Selbstfürsorge. Es gibt Elterntrainings, Beratungsmöglichkeiten, aber auch Selbsthilfegruppen, in denen sich Eltern auch mal austauschen können. Auch über Erfahrungen, die sie gemacht haben. Nicht jeder Tipp steht ja in irgendeiner Studie drin. Vieles ist ja Trial-and-Error, so wie viele Eltern das schon gemacht haben.
Und manchmal hilft es auch einfach, zu merken, dass man mit dem Thema nicht allein ist. Und zu wissen, dass man es gar nicht perfekt machen muss, weil man es auch gar nicht perfekt machen kann. Ich glaube, das kann entlasten. Und diese Entlastung kommt natürlich auch dem Kind zugute.