Wie üben wir kritisches Denken im Unterricht?
Drei niederschwellige Methoden für wenige Minuten, den drei Ebenen zugeordnet:
Gesundheits-Quellenampel (Ebene: Quelle und Aussage)
Um Quellen nach Qualität zu sortieren, kann eine Ampel mit der Klasse entwickelt oder vorgegeben werden. Beispiel: Grün für geprüfte Anlaufstellen wie gesund.bund.de, gesundheitsinformation.de oder die BARMER, Gelb für journalistische Beiträge mit Quellenangaben, Rot für Influencer-Posts, Shops und KI-Antworten ohne Beleg. Beim Einordnen hilft auch der QuellenChecker von BARMER Durchblickt.
Laterales Lesen (Ebene: Quelle)
Statt auf der verdächtigen Seite selbst nach Seriosität zu suchen, öffnen die Jugendlichen einen zweiten Tab. Dort prüfen sie, wer dahintersteht und ob unabhängige, geprüfte Gesundheitsseiten die Behauptung stützen. So gehen professionelle Faktenprüferinnen und Faktenprüfer vor. Stanford-Forschung zeigt, dass sie damit schneller und treffsicherer urteilen als Menschen, die sich auf der Seite festlesen.7
Maschen entlarven (Ebene: Aussage und eigene Reaktion)
Die Klasse nimmt ein Gesundheitsversprechen auseinander („Dieses Supplement ersetzt Schlaf“), markiert die Maschen (Angst, Heilversprechen, Pseudo-Expertise, Verkaufsinteresse) und benennt, welche davon bei ihr selbst am ehesten zieht. Dann nutzen die Jugendlichen die Maschen selbst und formulieren bewusst einen manipulativen Claim. Wer eine Technik einmal selbst angewandt hat, erkennt sie wieder. Das ist das Prinzip der Inokulation.8