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Tipps

Mindful Minute, Körperreise & Co.: Vier Übungen für einen achtsamen Start in den Unterricht

03. Nov. 2026
4 Minuten

Unruhige Klasse nach der Pause oder am Morgen? Vier kurze Achtsamkeitsübungen helfen Schülerinnen und Schülern, gemeinsam anzukommen und sich zu fokussieren: Im kompakten Video-Format und niederschwellig angeleitet von Psychologin und Entspannungstrainerin Leonie Asche von 7Mind@School.

 

Nach der Pause ist die Klasse noch unruhig. Gespräche laufen weiter, Stühle rücken, Blicke schweifen ab. Auch am Morgen kommen Schülerinnen und Schüler nicht immer mit derselben Energie im Klassenraum an. Manche sind müde, andere gedanklich noch am Frühstückstisch. Wieder andere bringen Streit, Sorgen oder Reizüberflutung mit. In solchen Momenten muss nicht sofort eine Aufgabe beginnen. Stattdessen kann eine kurze Achtsamkeitsübung helfen, gemeinsam anzukommen. Dafür benötigen Lehrkräfte keine besondere Ausstattung und keine lange Vorbereitung. Oft reichen wenige Minuten und eine klare Anleitung.

Mit den neuen Videos von 7Mind@School können Lehrkräfte vier Übungen direkt im Unterricht einsetzen: die Mindful Minute, Hinhören, die 5-Finger-Atmung und die Körperreise. Leonie Asche, M.Sc. Psychologin und Entspannungstrainerin, und Ihre Kolleginnen und Kollegen von 7Mind bringen dabei ihre Expertise für Meditation und Achtsamkeit in ein Format, das perfekt auf den Schulalltag zugeschnitten ist.

Was bedeutet Achtsamkeit im Unterricht?

Achtsamkeit bedeutet, die Aufmerksamkeit bewusst auf den aktuellen Moment zu richten. Schülerinnen und Schüler nehmen wahr, was gerade passiert. Dazu gehören die Atmung, Körperempfindungen, Geräusche oder Gedanken.

Dabei geht es nicht darum, Gedanken vollständig auszuschalten. Auch eine unruhige Klasse muss nicht sofort vollkommen ruhig werden. Entscheidend ist der gemeinsame Versuch, die Aufmerksamkeit für einen kurzen Moment zu bündeln.

Das kann einen Übergang gestalten:

  • vom Schulhof zurück in den Klassenraum
  • vom Gespräch in eine konzentrierte Arbeitsphase
  • von einer bewegten Stunde zu einer ruhigeren Aufgabe
  • vor einer Klassenarbeit oder Präsentation
  • nach einem Konflikt oder einer emotionalen Situation

Achtsamkeits-Übung 1: Mindful Minute

Die Mindful Minute ist eine besonders niedrigschwellige Übung. Schülerinnen und Schüler sitzen aufrecht und richten ihre Aufmerksamkeit für eine Minute auf die Atmung. Die Übung eignet sich besonders für den Stundenbeginn. Sie kann aber auch zwischen zwei Aufgaben oder nach einer lauten Arbeitsphase eingesetzt werden.

Achtsamkeits-Übung 2: Hinhören

Manchmal hilft es, die Aufmerksamkeit nicht nach innen, sondern bewusst nach außen zu richten. Bei dieser Übung lauschen die Schülerinnen und Schüler ihrer Umgebung: Welche Geräusche sind nah, welche weiter entfernt? Was bleibt gleich, was taucht nur kurz auf? Besonders draußen gibt es akustisch dabei viel zu entdecken. Nach dem bewussten Hinhören können die individuellen Eindrücke gesammelt werden. So vergleichen die Schülerinnen und Schüler ihre Wahrnehmungen ohne Wertung und bemerken vielleicht Geräusche, die ihnen vorher noch nicht aufgefallen sind.

Achtsamkeits-Übung 3: 5-Finger-Atmung

Bei der 5-Finger-Atmung wird die Hand zu einer sichtbaren Orientierung. Schülerinnen und Schüler strecken eine Hand aus. Mit dem Zeigefinger der anderen Hand fahren sie langsam an den Fingern entlang. Beim Hochfahren atmen sie ein. Beim Herunterfahren atmen sie aus. Die Bewegung gibt der Atmung einen Rhythmus. Gleichzeitig bleibt die Aufmerksamkeit bei einer konkreten Handlung. Das kann besonders hilfreich sein, wenn Schülerinnen und Schüler schwer zur Ruhe finden oder eine stille Meditation noch ungewohnt ist.

Achtsamkeits-Übung 4: Körperreise

Bei der Körperreise (Bodyscan) wandert die Aufmerksamkeit langsam durch den Körper. Der Fokus beginnt bei den Füßen und führt über Beine, Körpermitte, Schultern bis hin zum Kopf. Schülerinnen und Schüler beobachten dabei, wie sich einzelne Körperbereiche anfühlen. Sind die Füße warm oder kalt? Gibt es angespannte Stellen? Wo berührt der Körper den Stuhl oder den Boden?

Die Körperreise lädt dazu ein, wahrzunehmen, ohne sofort zu bewerten. Es geht nicht darum, eine bestimmte Empfindung herzustellen. Schülerinnen und Schüler müssen sich auch nicht entspannen. Sie beobachten lediglich, was gerade da ist.

“Achtsamkeit bedeutet, die Aufmerksamkeit bewusst auf den aktuellen Moment zu richten.“

Worauf sollten Lehrkräfte bei Achtsamkeitsübungen achten?

Achtsamkeitsübungen sollten immer als Einladung gestaltet werden, nicht als Pflicht. So möchte zum Beispiel nicht jede Person die Augen schließen. Manche Schülerinnen und Schüler fühlen sich mit geöffneten Augen sicherer. Und auch Sitzpositionen können individuell angepasst werden.

Hilfreich für die Anleitung sind klare, wertfreie Formulierungen:

  • „Wenn es für dich angenehm ist, schließe die Augen.“
  • „Du kannst deinen Blick auch auf einen Punkt richten.“
  • „Du musst nichts verändern.“
  • „Wenn Gedanken auftauchen, ist das völlig normal.“

So entsteht kein zusätzlicher Druck. Die Klasse übt nicht, besonders ruhig oder besonders konzentriert zu sein. Sie probiert aus, wie sich ein bewusster Moment anfühlen kann.

Achtsamkeit als Teil digitaler Gesundheitskompetenz

BARMER Durchblickt stärkt die digitale Gesundheitskompetenz von Kindern und Jugendlichen. Dazu gehört auch, Gesundheitsinformationen und digitale Angebote bewusst zu bewerten und verantwortungsvoll anzuwenden.

Die Videos von 7Mind@School bieten dafür einen konkreten Anlass. Schülerinnen und Schüler erleben eine angeleitete Übung nicht nur als digitale Information. Sie probieren sie aus und beobachten, ob sie ihnen in einer bestimmten Situation hilft.

Lehrkräfte können diesen Reflexionsprozess durch gezielte Fragen begleiten:

  • „Was verspricht die Übung?“
  • „Wie fühlt sie sich für dich an?“
  • „In welcher Situation könnte sie hilfreich sein?“
  • „Wo braucht es andere Formen der Unterstützung?“

Damit wird Achtsamkeit nicht zu einem allgemeinen Erfolgsversprechen. Sie wird zu einer Möglichkeit, die eigene Wahrnehmung und den Umgang mit Belastung besser kennenzulernen.

Fazit: Vier Übungen, ein gemeinsamer Startpunkt

Die Mindful Minute, Hinhören, die 5-Finger-Atmung und die Körperreise lassen sich unkompliziert in den Unterricht integrieren. Sie helfen Schülerinnen und Schülern, kurz innezuhalten, den eigenen Körper wahrzunehmen und die Aufmerksamkeit neu auszurichten. 7Mind@School stellt die Übungen als angeleitete Videos bereit. Lehrkräfte können sie ohne umfangreiche Vorbereitung einsetzen und gemeinsam mit der Klasse ausprobieren. Der erste Schritt muss dabei nicht groß sein. Manchmal beginnt Achtsamkeit mit einer Minute, einem Atemzug oder der Frage: Was nehme ich gerade wahr?

 

Noch mehr 7Mind@School-Videos rund um das Thema „Mentale erste Hilfe für Lehrkräfte” sowie das Whitepaper „Warnsignale erkennen: Wenn es Schülerinnen und Schülern nicht gut geht“ finden Sie nach der kostenfreien Registrierung im geschlossenen Lehrkräfte-Bereich.


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