Risiken: Was Eltern wissen sollten
Der Algorithmus und sein Suchtpotenzial
TikTok ist so konzipiert, dass Nutzerinnen und Nutzer möglichst lange auf der Plattform bleiben. Infinite Scroll, Autoplay, Push-Benachrichtigungen und ein hochpersonalisiertes Empfehlungssystem versetzen das Gehirn in einen Zustand, der dem Autopilot ähnelt. Lars Timmermann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, beschreibt den Dopamineffekt kurzer Videos mit einem einfachen Bild: „Dopamin ist die Schokolade unseres Gehirns."3
Falschinformationen und politische Beeinflussung
TikTok wird für viele Jugendliche zur Nachrichtenquelle. Rund ein Drittel der 12- bis 19-Jährigen nutzt TikTok, um sich über aktuelle Ereignisse zu informieren.4 Jugendliche haben zwar ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber TikTok als „seriöser Quelle", gleichzeitig werden sie durch den Algorithmus vielfältigen Manipulationsmechanismen ausgesetzt, ohne dass ihnen das immer bewusst ist.
Datenschutz: Was TikTok wirklich sammelt
TikTok erfasst umfangreiche Daten: Sehverhalten, Nutzungsdauer, Interaktionsmuster, Tastenanschlagmuster und vieles mehr. Das Landgericht Berlin stellte im Dezember 2025 fest, dass TikToks bisherige Altersverifizierung – die reine Selbstauskunft beim Geburtsdatum – gegen die Datenschutzgrundverordnung verstößt. Das Gericht verbot TikTok, Daten von 13- bis 15-Jährigen ohne Elterneinwilligung für personalisierte Werbung zu nutzen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.5
Mindestalter und Altersschutz
TikTok ist offiziell ab 13 Jahren erlaubt. Unter 13-Jährige werden in einen eingeschränkten „Kids-Modus" weitergeleitet. Wer jünger ist und ein falsches Geburtsdatum angibt, umgeht jedoch alle Schutzfunktionen.