Kleines Mädchen schaut im Wald durch eine selbst gebastelte Papprohr-Fernglas in die FerneKleines Mädchen schaut im Wald durch eine selbst gebastelte Papprohr-Fernglas in die Ferne
 
 

Tipps

03 März, 2026
4 Minuten
Onlineredaktion DURCHBLICKT!

Lerntypen: Lernen als Erlebnis: Praktische Tipps für Eltern

Jedes Kind lernt anders – das ist unbestritten. Doch stimmt es wirklich, dass manche am besten mit Bildern, andere nur mit Tönen und wieder andere beim Anfassen und Ausprobieren lernen? Viele Eltern kennen diese sogenannten „Lerntypen“. Doch was steckt tatsächlich dahinter, und åwas hilft Kindern heute wirklich beim Lernen?

Die Idee der Lerntypen: ein veralteter Mythos

Die Theorie der Lerntypen stammt ursprünglich aus den 1970er-Jahren. Sie teilte Lernende in 3-4 Gruppen ein: den visuellen, den auditiven, den haptischen und manchmal auch den kommunikativen Lerntyp. Entsprechend dieser Einteilung sollte jeder Mensch über einen bevorzugten Sinneskanal am effektivsten lernen – sei es durch Sehen, Hören, Fühlen oder Sprechen.

Diese Einteilung klingt nachvollziehbar und verlockend einfach. Doch zahlreiche Studien1 zeigen inzwischen: Die Unterscheidung nach festen Lerntypen ist wissenschaftlich nicht haltbar.2,3 Kein Kind lernt nach immer gleichen Mustern, sondern in Abhängigkeit von Situation und Inhalt. Das Festhalten an starren Lerntypen kann sogar dazu führen, dass in Schubladen gesteckt werden und sich weniger zutrauen, wenn ein Lernweg nicht funktioniert.4

Moderne Lernforschung: Lernen als Erlebnis

Heute weiß die Lernforschung: Gutes Lernen hat wenig mit „Typen“ zu tun, sondern vielmehr mit relevanten Erfahrungen, Emotionen und abwechslungsreichen wissensvermittelnden Kanälen:

  • Aktive Erfahrungen: Kinder speichern Inhalte viel nachhaltiger ab, wenn sie selbst ausprobieren, gestalten, spielen oder forschen.5
  • Vielfältige Reize: Bilder, Videos, Experimente, Zuhören, Nachsprechen, gemeinsames Diskutieren – das schafft abwechslungsreichen Raum für eigenes Nachdenken und einen eigenen Zugang zum Thema. 6
  • Emotionen und Motivation: Freude am Lernen, Neugier oder das Erfolgserlebnis nach einem „Aha-Moment“ verankern Wissen tief im Gedächtnis.7

Wichtig ist dabei: Die verschiedenen Eindrücke und Erfahrungen sind eine Unterstützung, aber das eigentliche Lernen passiert im Kopf. Kinder verstehen etwas dann wirklich, wenn sie darüber nachdenken, Fragen stellen oder etwas in eigenen Worten erklären. Abwechslung macht neugierig und öffnet Türen, doch die Bedeutung entsteht erst durch die gedankliche Verarbeitung.3 Hier reichen oft schon kleine Anstöße im Alltag.

In Programmen wie BARMER DURCHBLICKT!, die auf interaktive Lernformate und Erlebnisse setzen, steckt genau dieser moderne Lernansatz: Kinder lernen hier durch spielerisches Ausprobieren, durch Projekte, geteilte Erfahrungen und den Austausch mit anderen.

Lerntipps für Eltern: So unterstützen Sie Ihr Kind

Lassen Sie die strikte Einteilung in Lerntypen hinter sich. Stattdessen helfen diese alltagsnahen Lerntipps:

  • Bieten Sie Abwechslung: Lassen Sie Ihr Kind mit verschiedenen Materialien lernen, zum Beispiel Bücher, Videos, Podcasts, Experimente, Spiele, Bewegungsübungen.
  • Nutzen Sie Alltagsmaterialien: Kleine Dinge wie Bausteine, Kastanien für Rechenaufgaben oder Buchstabensuppe zum Wörterlegen machen Lerninhalte greifbar. Das motiviert und erleichtert das Verstehen, weil ihr Kind den Stoff aktiv verarbeitet.
  • Ermutigen Sie zum Ausprobieren: Neues ausprobieren, eigene Fragen stellen und auch Fehler machen dürfen ist elementar fürs Lernen.
  • Gemeinsam reflektieren: Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was gut geklappt hat und warum es Spaß gemacht hat, etwas zu lernen.
  • Verknüpfen Sie Inhalte mit Erlebnissen: Lernen Sie Fakten in Verbindung mit Ausflügen, Bastelideen oder gemeinsamen Aktivitäten. Erlebnisse bleiben meist besser im Gedächtnis als trockene Fakten.
  • Erlauben Sie Emotionen: Ob Stolz, Überraschung oder Frust – jedes Gefühl beim Lernen ist Teil eines Entwicklungsprozesses.

Warum Vielfalt beim Lernen stark macht

Mit abwechslungsreichem Input, positiven Erlebnissen und der Erlaubnis, Neues zu probieren, fördern Sie langfristig die Motivation und das Selbstbewusstsein Ihres Kindes. Ihr Kind entwickelt so eigene Lernstrategien, entdeckt seine Stärken und kann sich in einer immer vielfältigeren Welt besser orientieren.8 


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