



Tipps
Jedes Kind lernt anders – das ist unbestritten. Doch stimmt es wirklich, dass manche am besten mit Bildern, andere nur mit Tönen und wieder andere beim Anfassen und Ausprobieren lernen? Viele Eltern kennen diese sogenannten „Lerntypen“. Doch was steckt tatsächlich dahinter, und åwas hilft Kindern heute wirklich beim Lernen?
Die Theorie der Lerntypen stammt ursprünglich aus den 1970er-Jahren. Sie teilte Lernende in 3-4 Gruppen ein: den visuellen, den auditiven, den haptischen und manchmal auch den kommunikativen Lerntyp. Entsprechend dieser Einteilung sollte jeder Mensch über einen bevorzugten Sinneskanal am effektivsten lernen – sei es durch Sehen, Hören, Fühlen oder Sprechen.
Diese Einteilung klingt nachvollziehbar und verlockend einfach. Doch zahlreiche Studien1 zeigen inzwischen: Die Unterscheidung nach festen Lerntypen ist wissenschaftlich nicht haltbar.2,3 Kein Kind lernt nach immer gleichen Mustern, sondern in Abhängigkeit von Situation und Inhalt. Das Festhalten an starren Lerntypen kann sogar dazu führen, dass in Schubladen gesteckt werden und sich weniger zutrauen, wenn ein Lernweg nicht funktioniert.4
Heute weiß die Lernforschung: Gutes Lernen hat wenig mit „Typen“ zu tun, sondern vielmehr mit relevanten Erfahrungen, Emotionen und abwechslungsreichen wissensvermittelnden Kanälen:
Wichtig ist dabei: Die verschiedenen Eindrücke und Erfahrungen sind eine Unterstützung, aber das eigentliche Lernen passiert im Kopf. Kinder verstehen etwas dann wirklich, wenn sie darüber nachdenken, Fragen stellen oder etwas in eigenen Worten erklären. Abwechslung macht neugierig und öffnet Türen, doch die Bedeutung entsteht erst durch die gedankliche Verarbeitung.3 Hier reichen oft schon kleine Anstöße im Alltag.
In Programmen wie BARMER DURCHBLICKT!, die auf interaktive Lernformate und Erlebnisse setzen, steckt genau dieser moderne Lernansatz: Kinder lernen hier durch spielerisches Ausprobieren, durch Projekte, geteilte Erfahrungen und den Austausch mit anderen.
Lassen Sie die strikte Einteilung in Lerntypen hinter sich. Stattdessen helfen diese alltagsnahen Lerntipps:
Mit abwechslungsreichem Input, positiven Erlebnissen und der Erlaubnis, Neues zu probieren, fördern Sie langfristig die Motivation und das Selbstbewusstsein Ihres Kindes. Ihr Kind entwickelt so eigene Lernstrategien, entdeckt seine Stärken und kann sich in einer immer vielfältigeren Welt besser orientieren.8
1Vgl. https://fee.org/articles/learning-styles-don-t-actually-exist-studies-show/ Stand 03.02.2026.
2Vgl https://www.researchgate.net/publication/233600402_Learning_Styles_Concepts_and_Evidence Stand 03.02.2026.
3Vgl. https://www.pedocs.de/volltexte/2023/27550/pdf/DDS_2001_2_Looss_Lerntypen_Ein_paedagogisches_Konstrukt.pdf Stand 03.02.2026.
4Vgl. https://www.tagesschau.de/wissen/forschung/mythos-lerntypen-100.html) Stand 03.02.2026.
5Vgl. https://www.studysmarter.de/ausbildung/ausbildung-in-handwerk-produktion-und-gewerbe/erzieher/erfahrungsorientiertes-lernen/ Stand 03.02.2026.
6Vgl. https://www.pedocs.de/volltexte/2025/32347/pdf/Transfer_6_2020_Forschendes_Lernen.pdf Stand 03.02.2026.
7Vgl. https://www.fachportal-paedagogik.de/literatur/vollanzeige.html?FId=3085746 Stand 03.02.2026.
8Vgl. https://library.fes.de/pdf-files/studienfoerderung/13277.pdf Stand 03.02.2026.
Der Artikel wurde fachlich geprüft durch Kathi Moldan, Lerncoach und systemischer Personalcoach.